ZIA Digitalisierungsstudie 2018

ZIA Digitalisierungsstudie 2018 – Die 4 relevantesten Erkenntnisse für die Wohnungswirtschaft

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Gemeinsam mit EY Real Estate veröffentlichte der ZIA die dritte Digitalisierungsstudie. Mehr als 300 Experten der Immobilienwirtschaft, 3000 Endnutzer der Gewerbeindustrie, sowie branchenfremde Experten, die digital weit entwickelt sind, wurden befragt. Im Vergleich zu anderen Branchen, hinkt die Wohnungswirtschaft im Digitalisierungsprozess noch hinterher. Dennoch wurde das hohe Potenzial erkannt.

 

Automatisierung, Vernetzung, intelligente Auswertung, Effizienzsteigerung und Erleichterung im  Alltag sind nur einige positive Aspekte der digitalen Revolution. Nicht alles, was möglich ist, ist erwünscht oder sinnvoll. Insofern ist eine Studie wie diese hier elementar.“ Dr. Daniel Holz, Vorsitzender des ZIA-Ausschusses Digitalisierung und Managing Director der SAP Deutschland SE.

 

Die ZIA Digitalisierungsstudie 2018 setzt ihren Fokus neben Wohnimmobilien vor allem auf Büroimmobilien. Wir haben hier die wichtigsten Informationen für die Wohnungswirtschaft zusammengefasst.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Digitale Weiterentwicklung steigt: 45% der befragten Unternehmen befinden sich in der Entwicklungsphase des Digitalisierungsprozesses (+6% zum Vorjahr)
  • Als Hindernisse gelten: fehlende personelle Ressourcen, sowie hohe Anfangsinvestitionen
  • Digitalisierung wird mit kurz- bis mittelfristigem Trendpotenzial eingestuft
  • Verständnis für Digitalisierung steigt: Verbesserung der Geschäftsprozesse wird als größter Vorteil angesehen

Umfang der ZIA Digitalisierungsstudie 2018

Die diesjährige ZIA Studie bezieht sich auf zwei Schwerpunkte: Sie beleuchtet zum einen den digitalen Wandel aus Unternehmenssicht und zum anderen den Bedarf auf Nachfrager-Seite.

 

Hierzu wurden Mitarbeiter von privatwirtschaftlichen und öffentlichen Unternehmen aus der Immobilienbranche befragt. Während ein Viertel für Immobilieninvestoren arbeitet, sind 13% beratend tätig. Dazu kommen Mitarbeiter von Wohnungsbau- und PropTech-Unternehmen, Property Manager uvm. Dabei haben 40% der Befragten einen Jahresumsatz von 30-100 Mio. Euro und nur 14% einen Jahresumsatz von maximal 10 Mio. Euro. Klar zu erkennen ist hierbei, dass das Thema „Digitalisierung“ großflächig bei jedem Unternehmen der Branche auf die ein oder andere Art und Weise anknüpft.

 

Für die ZIA Digitalisierungsstudie 2018 wurden sowohl quantitative Befragungen durch einen standardisierten Fragebogen, als auch qualitative Interviews durchgeführt. Zu letzterem wurden Experten anderer Branchen befragt, die bereits weiter im Digitalisierungsprozess vorangeschritten sind als die Wohnungswirtschaft.

1. Wie digital ist die Wohnungswirtschaft?

Nicht ganz ein Zehntel der befragten Unternehmen sehen sich als digitale Experten. Zu diesen zählen vor allem PropTech-Unternehmen. Der Großteil sieht sich aber eher in der Phase der Entwicklung oder Etablierung.

Die Anzahl an Unternehmen die sich in die erste von vier Phasen einordnen, der Orientierungsphase, sank um 3% zum Vorjahr. Im Digitalisierungsprozess würden sich 45% der befragten Unternehmen in die zweite von vier Phasen einordnen – der Entwicklungsphase. Das sind 6% mehr als noch im Vorjahr.

 

Daraus ist zu schlussfolgern, dass sich Unternehmen der Immobilienwirtschaft digital weiterentwickeln. Dennoch befindet sich noch immer eine Vielzahl an Unternehmen (77%) in den Startlöchern zur Digitalisierung.

 

Wie digital sind Sie? Hier finden Sie es heraus.

2. Herausforderungen für die Wohnungswirtschaft

Ein Grund für die geringe Digitalisierung in der Wohnungswirtschaft sind die fehlenden personellen Ressourcen im Unternehmen, dies gaben 74% der Befragten an. Außerdem mangelt es an einer fehlenden Digitalisierungsstrategie, sowie intransparenten Datenstrukturen bzw. -Qualität. Veraltete, nicht zu integrierende Software stellt die Wohnungswirtschaft außerdem vor Herausforderungen. Datenschutz und eine weit verbreitete Unkenntnis über Einsatzmöglichkeiten von digitalen Prozessen werden als zusätzliche Hemmnisse genannt.

 

Auch wenn 57% der Befragten Anfangsinvestitionen als eine Hürde nennen, werden laufende Kosten eher nicht als Hindernisgrund für die Digitalisierung ihres Unternehmens angesehen (67%). Eine allgemeine Finanzierungsbereitschaft ist also vorhanden.

3. Positive Entwicklungen

Was vor einem Jahr noch als Zukunftsmusik eingestuft wurde, gilt jetzt bereits als relevant. Kurzfristiges Trendpotenzial haben digitale Ökosysteme und Mobility. Man nimmt an, dass diese bereits in weniger als fünf Jahren schon wichtig werden. Eher mittelfristig bedeutend werden 3D-Drucker, Blockchain und Smart Contracts eingeschätzt (5-9 Jahre). Ein Trend zum Vorjahr ist aber zu erkennen: Das Potenzial für diese Technologien wird tendenziell kurzfristiger eingeschätzt.

 

Im Vergleich zum Vorjahr ist festzustellen: Unternehmen setzen sich verstärkt mit dem Thema Digitalisierung auseinander. So können vermeintliche Hindernisse, wie z.B. die Frage zum Datenschutz, besser wahrgenommen und verstanden werden. Dies führt zu einem höheren Bewusstsein für die strategische Relevanz von Digitalisierungsprozessen. Mit den damit einhergehenden Investitionen befassen sich Unternehmen der Wohnungswirtschaft im Ansatz schon heute.

4. Vorteile der Digitalisierung

Bislang erfuhr die Digitalisierung eine eher negative Einschätzung und wurde als bloße Übertragung alter Prozesse in die digitale Welt verstanden. In der Vergangenheit resultierte diese eingeschränkte Sicht auf das Thema in das Nicht-Wahrnehmen ihrer vielen Vorteile. Im vergangenen Jahr war aber ein eindeutig positiver Trend zu erkennen.

 

94% der Befragten meinen, dass Digitalisierung massiv zu einer Verbesserung der Geschäftsprozesse beiträgt. 91% sind sich sicher, dass sie die Erweiterungen des bestehenden Geschäftsmodells vorantreibt. Hier ist der größte Unterschied zum Vorjahr zu erkennen: In 2017 waren nur 39% dieser Meinung. Die derzeitige Einstellung führt zu einem erhöhten Fokus auf Produkte und Services, denen eine Digitalisierung voran geht. 93% sehen dadurch einen Anstieg in der Nutzerzufriedenheit. Es wird vor allem die Nachfrage nach Konnektivität, Mieter-Apps, sowie dem Smart Home als sehr relevant eingestuft.

Mit Engagement die digitale Transformation vorantreiben

Laut der ZIA Digitalisierungsstudie 2018 steht die Wohnungswirtschaft noch weit am Anfang des Digitalisierungsprozesses. Andere Branchen sind ihr digital weit voraus. Fortschritte werden oft nur in der Teilautomatisierung von Prozessen gesehen. Es kann jedoch festgestellt werden, dass sich die Akteure der Wohnungswirtschaft immer mehr mit dem Thema Digitalisierung auseinandersetzen. Sie informieren sich und sehen kurz-, sowie mittelfristig hohes Potenzial bei der Integration digitaler Prozesse im eigenen Unternehmen. Dadurch können nicht nur Wettbewerbsvorteile und Effizienzsteigerungen erlangt, sondern auch die Nutzerzufriedenheit gesteigert werden. Sind die Anfangsinvestitionen erst einmal getätigt, werden die Folgekosten als überschaubar eingeschätzt. Es gilt nun, den Anschluss nicht zu verpassen und die Vorteile der Digitalisierung für das eigene Unternehmen gänzlich zu nutzen. Veraltete Prozesse und Software werden langfristig keine Wettbewerbsvorteile bringen.

 

Für mehr Informationen, lesen Sie hier die komplette ZIA Digitalisierungsstudie 2018.

 

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Karsten Nölling

Der Experte für Wohnungswirtschaft Karsten Nölling ist seit September 2016 Vorsitzender der Geschäftsführung der KIWI.KI GmbH. Bereits seit Ende 2014 war er als Vertriebsleiter bei KIWI tätig und Mitglied des Executive Committees. Vor KIWI entwickelte er als Firmengründer einen digitalen Concierge Service für Hotels und war als Head of Operations für das Startup 9flats verantwortlich. Davor war Karsten Nölling Unternehmensberater bei McKinsey & Company und Projektleiter für Lean Manufacturing bei Mercedes-Benz. Bei Twitter ist er zu finden als @KarstenNoelling.

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