Deutsche Wohnen_Interview Marcus Eilers

Digitalisierung der Wohnungswirtschaft – 9 Fragen an Marcus Eilers, Deutsche Wohnen

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Die Wohnungswirtschaft hat vielfältige Aufgaben zu bewältigen: Gerade der Fachkräftemangel, demografischer Wandel, sowie digitale Ansprüche der Mieter stellen einige Wohnungsunternehmen vor große Herausforderungen. PropTechs unterstützen dabei, Prozesse zu optimieren und die Digitalisierung der Branche voranzutreiben.

Interview: Marcus-Eilers, Deutsche Wohnen

 

Zu diesem Thema befragten wir Marcus Eilers, Leiter Unternehmensentwicklung und Strategie bei Deutsche Wohnen. Er schildert in diesem Interview, wie das Wohnungsunternehmen Digitalisierungsprozesse etabliert, seine bisherigen Lernprozess und Erfolge, sowie die Erfahrungen von Deutsche Wohnen Mitarbeitern, Dienstleistern und Mietern mit dem digitalen Türzugang von KIWI.

 

 

Das Wichtigste in Kürze:

  • Digitalisierung der Immobilienbranche erfährt Aufmerksamkeit, hat aber noch großes Potenzial.
  • PropTechs unterstützen die Wohnungswirtschaft in digitalen Themen.
  • Grundsteine für erfolgreiche Implementierung digitaler Lösungen: Zukunftsorientierte Denkweisen und optimierte Kommunikation.
  • Vorteile von KIWI für Deutsche Wohnen: Effizienzsteigerung, optimierte Verwaltungsprozesse, erhöhte Gebäudesicherheit, gesteigerter Wohnkomfort.

Herr Eilers, zurzeit sieht man Sie viel in den Medien: Was machen Sie beruflich genau?

Ich bin Leiter der Unternehmensentwicklung und Strategie bei der Deutsche Wohnen. Hier bin ich im Bereich Corporate Publications und CSR Management vor allem für das Thema Nachhaltigkeit zuständig. Darunter fällt auch die Marken- und Kundenkommunikation der Deutsche Wohnen. Im Bereich Digitalisierung beschäftige ich mich vor allem mit neuen Geschäftsmodellen sowie Marktlösungen, die für uns interessant sein und gewisse Abläufe effizienter gestalten könnten.

Wie würden Sie als Digitalisierungsbeauftragter den aktuellen Stand der Digitalisierung in der Immobilienbranche beschreiben?

Lange war die Immobilienbranche auf das Thema Digitalisierung nicht sensibilisiert. In den letzten zwei bis drei Jahren findet aber langsam ein Umdenken statt. Vorsichtig werden heute nun erste, wichtige Schritte in Richtung Digitalisierung unternommen.

 

Viele Unternehmen haben bereits die Notwendigkeit einer Transformation zu einer digitalen Aufstellung erkannt. Es entstehen immer häufiger kleinere Teams, die sich innerhalb der Organisation mit dem Thema Digitalisierung beschäftigen. Das zeigt, dass Manager das Thema ernst nehmen. Größere Player der Branche gehen bereits Kooperationen mit PropTechs, also Property Technology Unternehmen, ein oder beteiligen sich an ihnen, weil sie an das Konzept glauben. So entstehen tolle Synergien zwischen großen Unternehmen und kleineren Startups, die innovative Lösungen für die Immobilienbranche bereitstellen. Die Umsetzung digitaler Anwendungen verläuft aber noch recht langsam – hier besteht großes Potenzial.

Warum meinen Sie ist Digitalisierung so wichtig?

Die Bewirtschaftung von Immobilien ist häufig ein umfangreiches Unterfangen. Digitale Lösungen können die dahinter liegenden Prozesse oft sehr gut unterstützen und so zu einer Effizienzsteigerung beitragen.

 

Zurzeit kämpft die Immobilienbranche, wie so viele andere auch, mit einem hohen Fachkräftemangel. Der Wettbewerb um die besten Mitarbeiter ist groß. Aufgrund des demografischen Wandels wird sich das Problem nicht von allein lösen. Der Arbeitsmarkt wird zukünftig dieselben Aufgaben mit sehr viel weniger Mitarbeitern zu bewältigen haben. Wir sind also auf eine andere Herangehensweise angewiesen. Digitale Lösungen sind hier meiner Meinung nach der richtige Weg.

 

Zudem werden Mieter immer digitaler. Sie werden zukünftig digitaler kommunizieren wollen. Hier müssen wir mithalten um keinen Wettbewerbsnachteil zu erleiden. Wir benötigen also die Möglichkeit, schnell und unkompliziert, digital zu kommunizieren. Aber auch weitere Geschäftsfelder sind denkbar und bieten perspektivisch zusätzliche Potenziale: So wird auch der alltäglich Einkauf digital ablaufen, sowie das Abschließen einer Hausratversicherung oder das Finden eines Babysitters. Hier tut sich auch der Immobilienbranche ein breites Spektrum an Möglichkeiten auf.

 

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Sie sprechen von vielfältigen Geschäftsfeldern – Was macht Deutschen Wohnen bereits jetzt schon in Bezug auf die Digitalisierung?

Die Digitalisierung ist fester Bestandteil unserer Unternehmensstrategie. Wir sind proaktiv aufgestellt, betrachten den Markt ganz genau und suchen selbst Lösungen für unsere strategischen Handlungsfelder. Regelmäßig analysieren wir Prozesse, um den eigenen Digitalisierungsgrad abzuleiten und Potenziale zu identifizieren.

 

Momentan beschäftigen wir uns einschlägig mit dem Sicherheitsgefühl unserer Mieter. Hier betrachten wir vor allem die empfundene versus die tatsächliche Sicherheit. Gerade ältere Menschen möchten oft sehr gern in ihrem Zuhause wohnen bleiben, auch wenn der Alltag immer schwerer fällt. Die empfundene Sicherheit ist hier sehr viel größer als die tatsächliche. Digitale Anwendungen können unterstützen und die tatsächliche Sicherheit maßgeblich erhöhen.

 

Für unsere Mitarbeiter möchten wir Prozesse optimieren. Bisher waren wir hier eher analog aufgestellt. Der Wunsch unserer Mitarbeiter geht aber ganz klar in Richtung Digitalisierung.

Wie bereiten Sie Ihre Mitarbeiter und Bewohner auf die Implementierung innovativer Digitalisierungsprojekte vor?

Das Feedback unserer Mitarbeiter ist uns stets wichtig. Sehen sie Verbesserungspotenzial bezüglich ihres Arbeitsumfeldes, nehmen wir das sehr ernst. Oft finden wir dann gemeinsam verschiedene Lösungen. Zunächst starten wir dann eine Pilotphase, in der unsere Mitarbeiter die unterschiedlichen Anwendungen genau testen. Anschließend treffen wir gemeinsam eine Entscheidung für die passende Lösung.

 

Auch unsere Bewohner beziehen wir in Entscheidungen mit ein. Erwägen wir also die Implementierung eines neuen Produktes, von dem auch die Bewohner betroffen sind, erfragen wir immer, ob daran Interesse besteht. Erst wenn wir hier positive Rückmeldungen erhalten, wird das Produkt bereitgestellt. Zusätzlich bieten wir Informationsveranstaltungen an, um frühzeitig eine hohe Akzeptanz zu generieren. Wir haben schnell erkannt, dass die meisten Modelle nur funktionieren, wenn Bewohner auch bereit dazu sind, diese auszuprobieren. Daher sind unsere Entscheidungen immer anwenderzentriert – Was nicht genutzt wird, benötigen wir nicht.

Was sind die größten Lernerfahrungen bei Ihren bisherigen Projekten?

Lange Implementierungszyklen bereiten vielen Unternehmen der Wohnungswirtschaft Sorge. Drei Jahre bis zum Rollout eines innovativen Projektes sind keine Seltenheit. Zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme ist die Technik aber bereits nicht mehr modern. Neue, noch bessere Produkte sind dann häufig bereits auf dem Markt. Zukunftsorientierte Produkte sind daher unabdingbar, wenn sie in unsere bestehende Infrastruktur implementiert werden.

 

Kommunikation ist wichtig – das haben wir bei unserem Projekt MiA gelernt.

 

Im Zuge des Pilotprojektes MiA – Meine intelligente Assistenz wurden rund 3.000 Wohnungen mit einem eigenen Smart Home System ausgestattet. Mit Hilfe eines Tablets oder einer App können Bewohner ihre Heizung digital und zentral steuern. Eine zeitliche Bestimmung der Temperatur ist so auch möglich. Das Ziel: Durch bewusste Heizungssteuerung sparen Bewohner Energie und damit Kosten.

 

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Die Vorteile von MiA in Hinsicht auf Energie- und Kosteneinsparungen wurden klar kommuniziert. Zudem war der Einbau für die Bewohner kostenlos. Personenbezogene Daten wurden selbstverständlich nicht erhoben. Neben all den Vorteilen haben wir die Skepsis der Bewohner aber klar unterschätzt. Daher war es nicht verwunderlich, dass unsere Bilanz nach der Pilotphase nicht gerade positiv ausfiel: Die ältere Bewohnerstruktur lehnte das neue Produkt ab, es fand keine Verwendung. Auch das ist ein Lernprozess, der zwar nicht einfach aber notwendig ist, um Digitalisierungsprojekte zukünftig effektiver anzugehen.

Wo sehen Sie noch Digitalisierungspotenzial für Deutsche Wohnen?

Die Vernetzung unserer Gebäude bietet unseres Erachtens nach großes Potenzial. Heizungsanlagen, Aufzüge und vieles mehr werden durch die Digitalisierung aufgewertet und bieten unseren Bewohnern einen erhöhten Service. So können beispielsweise die Nichtfunktionalität verschiedener Anwendungen schneller und effizienter kommuniziert und die Schäden dadurch schneller behoben werden. Eines dieser innovativen Lösungen ist der digitale Türzugang von KIWI.

Welche Projekte hat die Deutsche Wohnen schon mit KIWI umgesetzt?

Wir haben bereits in mehr als 1.800 Mehrfamilienhäusern sehr erfolgreich das KIWI System installiert. Derzeit befinden wir uns im Rollout um unseren Bestand mit dem digitalen Türzugang auszustatten.

 

Ein weiteres Projekt starteten wir 2017. Zu der Zeit suchten wir nach einer effizienteren Lösung als die allseits bekannten Schlüsselsafes, die in Häuserwände eingelassen sind. Gemeinsam mit KIWI entwickelten wir daraufhin den KIWI Safe.

 

Der KIWI Safe ist die digitale Ergänzung zur bestehenden Schließanlage. So werden alle wichtigen Schlüssel sicher im Objekt aufbewahrt und Ausgaben automatisch protokolliert.

 

Besonders stolz sind wir auf unser neuestes Projekt mit KIWI: Im Zuge einer Kernsanierung statteten wir das ehemaligen Frauen-Wohnheim der Hoechst AG im Heimchenweg in Frankfurt am Main mit KIWI aus. Es ist das erste Objekt, das komplett mit digitalem Türzugang ausgerüstet wurde: An allen Hauseingangs- und Kellertüren sowie einer Schranke kam die bekannte KIWI Technik zu Einsatz. Die 87 Wohnungstüren wurden mit innovativen KIWI SmartDOORS versehen. So bietet die Deutsche Wohnen seinen Mietern mehr Komfort und gestaltet zugleich die Prozesse der Bewirtschaftung effizienter.

In einem nächsten Schritt möchten wir Wohnungstüren in Bestandsobjekten mit KIWI ausstatten. Unter dem Sicherheitsaspekt bringt dies für unsere Mieter und uns enorme Vorteile.

 

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Zusätzlich setzen wir uns gemeinsam mit KIWI für Standards im digitalen Türzugang ein. Dazu gründeten wir Anfang 2019 die Initiative Digitaler Türzugang. Damit wollen wir ein Zeichen setzen: Wir sehen den digitalen Schlüssel, ganz im Gegensatz zum mechanischen Schlüssel, als zukunftsweisend.

Die Initiative Digitaler Türzugang, kurz IDiT, wurde im November 2018 von führenden Akteuren der Wohnungswirtschaft ins Leben gerufen. Die Gründungsmitglieder Deutsche Wohnen, KIWI, Schindler Deutschland, Gegenbauer, Greenberg Traurig, PRÜM, GARANT, Immobilien Service Deutschland, ABUS und Hager Group fordern mehr Aufklärung, Normen und Schnittstellen für digitale Türzugangssysteme. Gemeinsam setzen Sie sich für Standards beim digitalen Türzugang ein.

Was sind die bisherigen Erfahrungen Ihrer Mitarbeiter, Bewohner und Dienstleister mit KIWI?

Unsere Mitarbeiter sind vollstens vom KIWI Konzept überzeugt. So wird der digitale Türzugang aktiv und mit viel Freude genutzt. Unsere Mitarbeiter erkannten schnell die Vorteile von KIWI: Eine gelungene Prozessoptimierung verringert den Verwaltungsaufwand. Effizienzsteigerungen ermöglichen zudem Kosteneinsparungen.

 

Für unsere Dienstleister stellt KIWI eine echte Arbeitserleichterung dar. Lästige Schlüsselübergaben können dank KIWI entfallen. Daher wird der digitale Türzugang gern genutzt.

 

Unsere Mieter nehmen den digitalen Türzugang sehr gut an. Gerade die einfache Handhabung und die enorme Komfortsteigerung sprechen für KIWI.

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Deutsche Wohnen & KIWI

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Deutsche Wohnen. Das Wohnungsunternehmen ist eines der führenden börsennotierten Immobilienunternehmen in Europa. Es erkennt die Herausforderung und die gesellschaftliche Verantwortung, dringend benötigten Wohnraum zu erhalten und zu schaffen. Im Fokus der Deutsche Wohnen stehen dynamische Metropolregionen und Ballungszentren, in denen sie zukunftsorientierte und lebenswerte Wohnkonzepte umsetzen. Dabei versteht sich die Deutsche Wohnen als Förderer einer lebendigen, zukunftsorientierten Quartiersentwicklung mit vitalen Nachbarschaften.

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