Vermietung ├Ąndert sich: Coliving hei├čt der Trend der Zukunft

Lesezeit: 7 Minuten

Coliving ist das moderne Konzept f├╝r Berufst├Ątige. Sogenannte Digitale Nomaden leben und arbeiten gemeinsam und entwickeln die Innovationen von morgen. Die Anzahl der Freiberufler stieg binnen der letzten 10 Jahre um 400.000 Menschen an. Eine wachsende Kundengruppe f├╝r die Wohnungswirtschaft mit spezifischen Anforderungen. Das stellt vor allem die Wohnungswirtschaft vor Herausforderungen und h├Ąlt gleichzeitig Chancen f├╝r neue Vermietungskonzepte bereit.

Co-Living

Das Wichtigste in K├╝rze:

  • Die Idee zu Coliving entstand in Kalifornien und kommt nun auch in deutschen Gro├čst├Ądten, wie Berlin und Hamburg, an.
  • Freizeit und Job vermischen sich zunehmend und erm├Âglichen mehr Flexibilit├Ąt.
  • Die Wohnungswirtschaft muss insbesondere bei Neubau und Sanierung reagieren.
  • Knackpunkt Zutrittskontrolle: modernes Leben erfordert innovative Schl├╝sselverwaltung.

Was ist Coliving?

Man munkelt, dass sogenannten Coliving-Konzepten die Zukunft geh├Âre. Dabei handelt es sich um die moderne Wohngemeinschaft f├╝r Berufst├Ątige. Dort wird nicht nur eine Wohnung miteinander geteilt, sondern auch Ideen und Businesspl├Ąne zusammen entwickelt. Die Arbeitswelt befindet sich im Umbruch. Insbesondere junge Menschen m├Âchten ihren Arbeitsalltag zunehmend unabh├Ąngiger gestalten. 9 to 5 im B├╝ro zu sitzen passt f├╝r viele nicht ins Lebenskonzept.

Was hei├čt Coliving?

Coliving richtet sich an Selbstst├Ąndige, Startup Gr├╝nder, digitale Nomaden oder an Studenten. Unter einem Dach wird hier gemeinschaftlich sowohl gewohnt als auch gearbeitet. Hoher Komfort und der Aufbau eines effizienten Netzwerkes haben hier eine hohe Priorit├Ąt.

Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen in Coliving H├Ąusern. Im Gemeinschaftsraum wird erst die Party vom letzten Wochenende, dann die Gesch├Ąftsidee des Mitbewohners diskutiert.

Dabei handelt es sich nicht um die klassische Studenten-WG. Zusammengew├╝rfelte K├╝chenutensilien, angeschlagene Teller und das durchgesessene Sofa der Eltern haben in einem Coliving Space keinen Platz. Vielmehr findet man ein modern eingerichtetes Apartment vor. Der Streit um den Putzplan wird ebenfalls ├╝berfl├╝ssig. Mietet man sich in ein Coliving Space ein, erh├Ąlt man in der Regel ein Komplettpaket: Miete, Nebenkosten, Reinigung, Coworking und ÔÇô das Wichtigste ÔÇô Highspeed-Internet verstehen sich als Selbstverst├Ąndlichkeit. Die Miete liegt daf├╝r ├╝ber dem normalen Mietspiegel.

9 to 5 war gestern: Freiberufler und Gr├╝nder suchen Flexibilit├Ąt und Gemeinschaft

Dass Coliving nicht f├╝r jeden Berufst├Ątigen das ideale Konzept ist, liegt auf der Hand. Als Angestellter ist ein Tag Homeoffice ab und zu ja sch├Ân und gut, aber jeden Tag von zu Hause aus arbeiten? Wie soll denn das funktionieren? F├╝r viele junge Menschen klappt das erstaunlich gut. So genannte Digitale Nomaden (oder englisch ÔÇ×digital nomadsÔÇť) k├Ânnen auf einen festen Arbeitsplatz im B├╝ro gut verzichten. Alles, was sie zum Arbeiten ben├Âtigen, sind ihr Laptop und eine Steckdose. Sie k├Ânnen sich ihr Arbeitsumfeld also aussuchen.

Jeden Tag allein in den eigenen vier W├Ąnden am Computer zu sitzen, reizt einige nicht. Die Gefahr zu vereinsamen ist gro├č. Au├čerdem wirkt eine kreative Umgebung mit Gleichgesinnten oft motivierend und ideenf├Ârdernd. Daher suchen insbesondere Gr├╝nder und junge Freiberufler Coworking Spaces auf. Ein Beispiel ist WeWork. Dort gibt es nicht nur die Kaffee-Flatrate, sondern auch die Gesellschaft weiterer kreativer K├Âpfe.

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Chance f├╝r die Wohnungswirtschaft

Diese Entwicklung der Arbeitsmentalit├Ąt beeintr├Ąchtigt nicht nur die Voraussetzungen des modernen Arbeitsmarktes. Besonders f├╝r die Immobilienwirtschaft tun sich Chancen auf. Es m├╝ssen geeignete Fl├Ąchen f├╝r Coliving geschaffen werden.

Mieterzufriedenheit steigern: Coliving f├╝r Bewohner

Wer viel Geld f├╝r seinen Platz in der Arbeits- und Wohngemeinschaft zahlt, erwartet ein modernes Umfeld in Bestlage. Insbesondere f├╝r die Wohnungsunternehmen der deutschen Gro├čst├Ądte bedeutet das ein neues Gesch├Ąftsmodell.

Erh├Âhte Flexibilit├Ąt: Vielseitige Fl├Ąchennutzung

Coliving f├╝gt sich au├čerdem in einen anderen Trend der Immobilienwirtschaft ein: Zunehmend wird ein und dasselbe Geb├Ąude auf unterschiedliche Weise genutzt. Fl├Ąchen m├╝ssen modular aufgebaut werden und sich den Bed├╝rfnissen der Bewohner bzw. Coworker anpassen k├Ânnen. Au├čerdem wird sich die Raumnutzung dahin entwickeln, dass ein und dieselbe Fl├Ąche ganz unterschiedlich genutzt werden kann. Coworking Spaces sind auch Orte f├╝r Events, Workshops und Partys.

Erh├Âhte Mieteinnahmen und geringere Kosten

Vom Mehrfamilienhaus zum B├╝rogeb├Ąude und sp├Ąter als Gewerbefl├Ąche genutzt – Um Leerstand in Geb├Ąuden weitgehend zu verhindern, m├╝ssen sich moderne Geb├Ąude an eine ver├Ąnderte Nachfrage anpassen k├Ânnen. So sollte beispielsweise bereits beim Bau auf nicht-tragende Zwischenw├Ąnde geachtet werden.

Coliving H├Ąuser k├Ânnen sich sehr gut an eine ver├Ąnderte Nachfrage anpassen. So entfallen sp├Ąter hohe Kosten bei anfallenden Umbauma├čnahmen. Sogenannte PropTechs unterst├╝tzen die Immobilienbranche dabei.

Was sind PropTechs?

PropTech steht f├╝r Property Technology Unternehmen. Sie sorgen beispielsweise f├╝r innovative L├Âsungen um Arbeitsprozesse effizienter zu gestalten.

Den gesteigerten Wohnkomfort durch eingerichtete Apartments, diversen Freizeitangeboten, sowie das Netzwerk aus Gleichgesinnten, lassen sich Bewohner von Coliving H├Ąusern gern etwas kosten. So k├Ânnen Wohnungsunternehmen h├Âhere Renditen erzielen, als bei der herk├Âmmlichen Vermietung von Mehrfamilienh├Ąusern.

Leerstand nutzen: Der hohen Nachfrage nach B├╝rofl├Ąchen entgegenkommen

Auch die Gesamtnutzung eines Geb├Ąudes ver├Ąndert sich. Die Kombination aus Supermarkt, Shoppingcenter, Wohnen und Arbeiten gewinnt auch durch die steigende Bev├Âlkerungsdichte in Gro├čst├Ądten an Bedeutung. In Berlin beispielsweise werden die freien B├╝rofl├Ąchen immer knapper. Die Spitzenpreise liegen bereits bei 30 Euro pro Quadratmeter. Hinzu kommt, dass wie im Wohnungsbau die neugebauten B├╝rofl├Ąchen die erh├Âhte Nachfrage nicht decken k├Ânnen.

Insbesondere kleinere Startups weichen auf Coworking Spaces aus und finden in ihnen ein ideales Arbeitsumfeld. Modern und flexibel muss es sein. Der Arbeitstag endet nicht um 17 Uhr, sondern mit der letzten Idee. Daher sollten Coliving und Shared Spaces im Allgemeinen ein Thema bei Neubau und Sanierung sein. Coliving Spaces breiten sich h├Ąufig auf ein gesamtes Geb├Ąude aus. So wird nicht nur gemeinsames Wohnen in einem modernen Apartment m├Âglich. Vielmehr gibt es genug Platz f├╝r Konferenzr├Ąume, Workshops, Events und sogar einen Fitnessraum.

Die vier Eckpfeiler von Coliving Konzepten:

  • Gute Anbindung: Die schnelle Erreichbarkeit zum Stadtzentrum ist essenziell f├╝r Pendler und Unternehmer.
  • Trendig: Eine moderne Einrichtung der Zimmer spricht Bewohner an.
  • Annehmlichkeiten: Moderne Gemeinschaftsk├╝chen, Aufenthaltsr├Ąume, Kino, Fitnessraum, W├Ąscheservice und Coworking-Spaces.
  • Gemeinschaft: Regelm├Ą├čige Events zum Netzwerken um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.

Das sind die Vorreiter des Coliving-Trends

Einige Unternehmen haben das Potenzial des Coliving Konzeptes bereits erkannt. Der Trend, der urspr├╝nglich aus Kalifornien kam, schwappt daher auch nach Deutschland ├╝ber.

Alexander Tower – Wohnen auf h├Âchstem Niveau

Ein Beispiel f├╝r die vielseitige Nutzung von Geb├Ąuden ist der sogenannte Alexander Tower in Berlin. Das Luxusgeb├Ąude erhielt 2017 r die Baugenehmigung. Auf insgesamt 150 Metern entstehen so 35 Etagen. Diese werden Wohnungen, B├╝rofl├Ąchen, Restaurants, Shoppinggelegenheiten, ein Kino und ein Fitnesscenter beinhalten. F├╝r die Bewohner wird sich zuk├╝nftig arbeiten, Freizeit und wohnen unter einem Dach abspielen. Wer in eines dieser Coliving Apartments einziehen m├Âchte, muss sich das aber auch einiges kosten lassen: Der Kaufpreis f├╝r die unteren Etagen liegt bei ca. 5000 Euro je Quadratmeter. In den h├Âheren Etagen soll der Quadratmeterpreis auf ├╝ber 10.000 Euro ansteigen.

Quarters – Coliving in Berlin

Mit erschwinglicheren Preisen lockt das Berliner Quarters Coliving-Wohnhaus. Hier kostet ein ca 12m┬▓ gro├čes Zimmer nicht mehr als 589 Euro im Monat. Auf den ein oder anderen Luxus m├╝ssen seine Bewohner aber dennoch nicht verzichten! Dicke Matratzen versprechen einen angenehmen Schlaf, gemeinsame Events dienen dem Netzwerken und digitale Services versprechen ein effizientes Wohnen.

Rent24 – Exklusive Coliving-Konzepte auf der ganzen Welt

Beim weltweiten Coliving Anbieter Rent24 k├Ânnen sich Bewohner f├╝r einzelne N├Ąchte oder l├Ąngere Aufenthalte einquartieren. Nach eigenen Angaben liegt die durchschnittliche Mietdauer bei drei Monaten. Neben den Wohneinheiten, gibt es hier auch einen Coworking Space, in dem sich Gr├╝nder aus aller Welt austauschen. Nach der Arbeit geht es dann ins hauseigene Kino, den Fitnessbereich oder in den Lounge-Bereich. Weitere Anbieter sind z. B. das Berliner Coliving Startup Medici Living (ca. 800 Zimmer) und der kleinere Anbieter Projects (ca. 130 Zimmer). Hier betr├Ągt die Mindestaufenthaltsdauer drei Monate.

Nur eine nette Idee oder ist Coliving ein Trend mit Zukunft?

Coliving in Berlin

Hat das Konzept Coliving eine Zukunft? Die wahrscheinlichste Antwort ist kurz und knapp: Ja. Die Arbeitswelt entwickelt sich nachweislich dahin, dass immer weniger Menschen an einen festen Arbeitsplatz gebunden sein wollen. In Deutschland arbeiteten im Jahr 2018 rund 1,4  Millionen Menschen freiberuflich. Tendenz steigend: innerhalb der letzten 10 Jahre stieg die Anzahl der Freiberufler um gut 400.000 Menschen. Darunter befinden sich zweifelsohne viele, die nicht allein zu Hause arbeiten m├Âchten, sondern die Gesellschaft Gleichgesinnter bevorzugen. Mit Blick darauf, dass auch der Wohnraum immer knapper wird, erscheint das Zusammenlegen von Arbeitsplatz und Wohnraum nahezu logisch.

Der gro├če Vorteil, den Coliving verspricht, ist das gegenseitige profitieren. Menschen mit dem gleichen Antrieb, aber unterschiedlichen Ideen leben zusammen und lassen all ihre Kreativkraft in Innovationen flie├čen. Dabei hat zwar jeder sein individuelles Projekt, findet aber stets Unterst├╝tzung. Hinzukommen die idealen M├Âglichkeiten, um ein starkes Netzwerk aufzubauen. Es gibt Coliving-Standorte, die ihre Zimmer auch N├Ąchteweise vermieten. Mitglieder k├Ânnen also buchst├Ąblich von ├╝berallher arbeiten und schnell neue Kontakte kn├╝pfen.

Die Schl├╝sselverwaltung von Coliving Spaces

Coliving als neuartiges Wohn- und Arbeitskonzept stellt die Wohnungswirtschaft vor eine gro├če Herausforderung: Die Verwaltung der Zutrittsrechte. Was schon bei einem herk├Âmmlichen Mehrfamilienhaus schnell chaotisch wird, ist bei einem Shared Space noch anspruchsvoller. F├╝r gew├Âhnlich hat Coliving eine erh├Âhte Mieterfluktuation zur Folge. Hinzu kommen G├Ąste, Gesch├Ąftspartner und Mieter, die nur f├╝r einige N├Ąchte bleiben und damit flexibel und spontan Zugang ben├Âtigen. Zeitlich begrenzte Mietvertr├Ąge, hohes Bed├╝rfnis nach Flexibilit├Ąt, Veranstaltungen ÔÇô das erinnert an den Verwaltungsanspruch eines Hotelbetriebs. Und kein Hotel k├Ąme heutzutage auf die Idee, Metallschl├╝ssel zu verteilen.

Die flexible und vor allem sichere Alternative ist ein elektronisches Schlie├čsystem. Damit beh├Ąlt die Hausverwaltung jederzeit den ├ťberblick ├╝ber vergebene Zutrittsrechte. Bei zeitlich begrenzten Besuchen kann von vorn herein der Berechtigungszeitraum definiert werden. Dass ÔÇ×Schl├╝sselr├╝ckgabenÔÇť vergessen werden oder nicht funktionieren, ist demnach unm├Âglich. Au├čerdem entsteht keine Gefahr mehr durch Schl├╝sselverlust. Sollte jemand dennoch seinen Transponder T├╝ren├Âffnen verlieren, k├Ânnen die entsprechenden Rechte aus der Ferne gesperrt werden.

Moderner Zugang zu einem zeitgem├Ą├čen Wohn- und Arbeitskonzept! Elektronische Schlie├čsysteme erleichtern Vermietern und Hausverwaltern bereits den gew├Âhnlichen Alltag der Schl├╝sselverwaltung. Der Trend Coliving macht flexibles Schl├╝sselmanagement ebenso notwendig und hilfreich.

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