Evolution des Schlüssels

Die Evolution des Schlüssels: mechanisch, elektronisch und digital

Durchschnittliche Bewertung: 5.0, von 7 Bewertungen.
Bitte warten...

Jeder kennt ihn, jeder nutzt ihn. Den Metallschlüssel. Das war schon immer so und wird auch immer so sein. Oder doch nicht? Welche Entwicklung haben Schließsysteme durchgemacht und wo geht die Reise hin? Ein kleiner Abriss zur Evolution des Schlüssels.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der älteste Schlüsselfund stammt aus der Bronzezeit.
  • Mechanische Schließsysteme hatten im 18. Jahrhundert ihren Durchbruch.
  • Funktechnologie ermöglichte den Einsatz von elektronischen und mechatronischen Schließsystemen.
  • Heutige Technik macht digitale Schließsysteme als Ergänzung einsatzbereit

Es war einmal ein Schlüssel…

Die Geschichte des Schlüssels reicht weit in der Menschheitsgeschichte zurück. Die bestätigten Funde von ersten Schlüsseln stammen aus der späten Bronzezeit. Im Alpenraum wurden in Pfahlbausiedlungen sichelähnliche Schlüssel von bis zu 50cm Länge gefunden.

 

Auch in der Antike sorgten Schlüssel für Sicherheit. Mittels sogenannter Stoßschlüssel wurden in Ägypten Türen von außen verriegelt. Entsprechende Funde sind auf die Zeit zwischen 1550 und 1070 v. Chr. zurückzuführen. Auch in der griechischen Antike sicherte man mit Schlössern und Schlüsseln die Türen ab. Später haben die Römer die zuvor meist hölzerne Technik in Systeme aus Metall übertragen. Hier wurden nicht bloß Türen, sondern zudem auch Behältnisse mit deutlich kleineren Schlüsseln verschlossen.

Die Evolution des Schlüssels

Das Mittelalter setzte dann insbesondere auf Drehschlüssel. Außerdem verstand sich das Schlosserhandwerk darauf, Schlossbleche aufwändig zu dekorieren. Die Erkenntnisse der Antike gingen allerdings weitgehend verloren. Bis zum 18. Jahrhundert dauerte es, bis sich die Schließtechnik erneut weiterentwickelte. Der britische Erfinder Robert Barron ließ sich im Jahr 1778 das sogenannte Zuhaltungsschloss patentierten, das später durch den Ingenieur Jeremiah Chubb in einer etwas abgewandelten Form weltweit populär gemacht wurde. Etwa ein Jahrhundert darauf konnten Schlösser bereits komplett maschinell hergestellt werden.

Technik macht’s möglich: von mechanisch zu elektronisch

Der nächste Schritt war die Kombination von den bisher rein mechanischen Systemen mit elektronischen Komponenten. So entstanden mechatronische Schlösser, die sowohl mit dem klassischen Schlüssel als auch elektronischen Möglichkeiten zu öffnen sind. Dadurch wurde der Einsatz von Funkschlössern ermöglicht. So übermittelt beispielweise ein Transponder ein Funksignal an das Schloss mit der elektronischen Komponente, das dieses erkennt und die Tür entsperrt. Ein bekanntes Beispiel ist das schlüssellose Entriegeln von Autotüren.

 

Immer
top informiert!

 

Eine weitere Neuerung war das sogenannte Motorschloss. Dieses ver- und entriegelt vorwiegend von selbst und funktioniert mit elektronischen Komponenten. 1997 wurde von SimonsVoss zum ersten Mal ein digitaler mittels Batterien betriebener Schließzylinder vorgestellt.

Die Entwicklung geht weiter: das digitale Schließsystem

Der heutige Stand der Technik hat die Weiterentwicklung zum digitalen Schließsystem möglich gemacht. Was auf den ersten Blick wie ein elektronisches Schließsystem wirkt, ist um eine wichtige Komponente reicher: Ein digitales System lässt sich zentral mittels einem Onlinetool verwalten. Und das jederzeit an jedem Ort. Konkret bedeutet das, dass die Zutrittsrechte, die von elektronischen Türschlössern und beispielsweise Transpondern, die der Nutzer bei sich trägt, im Internetbrowser eingesehen, vergeben und entzogen werden können.

 

Der Vorteil gegenüber herkömmlichen elektronischen oder mechatronischen Schließsystemen ist die hohe Flexibilität. Es muss keine Verwaltungssoftware auf einem bestimmten Computer in einem bestimmten Büro mehr installiert werden. Das Verwaltungstool ist passwortgeschützt im Internet aufzurufen und somit immer für den Administrator verfügbar. Ein tatsächlich vollständig digitales Schließsystem zeichnet sich dadurch aus, dass die Zutrittsrechte allein über das Verwaltungstool vergeben bzw. entzogen werden. Es ist somit nicht notwendig, dass ein Mitarbeiter von Tür zu Tür läuft und die Rechte manuell umprogrammiert, wie es bei einigen elektronischen und mechatronischen Schließsystem bisher der Fall ist.

 

Es gibt Schließsysteme, die überhaupt keinen eigenen Schließzylinder an der Tür benötigen. Stattdessen entriegeln sie die Tür über die Klingelanlage, indem sie den Summer aktivieren. Die Verwaltung der Zutrittsrechte läuft ebenfalls digital ab, ist also zu jeder Zeit von jedem Ort übers Internet möglich. Praktisch ist, dass derartige digitale Schließsysteme parallel zur herkömmlichen Schließanlage in einem Gebäude funktionieren. Sie sind sozusagen die digitale Ergänzung zur Schließanlage und minimieren damit den Montageaufwand.

Die Entwicklung des Schlüssels in der Wohnungswirtschaft

Während in Branchen wie beispielsweise Hotellerie oder Automobilindustrie die Nutzung von solchen elektronischen bzw. digitalen Schließsystemen mittlerweile Gang und Gäbe ist, befindet sich die Wohnungswirtschaft derzeit in der Phase der Umstellung. Auch im Mehrfamilienhaus bringen elektronische bzw. digitale Schließsysteme zahlreiche Punkte der Arbeits- und Alltagserleichterung mit sich. Bereits genutzt wird die technische Innovation beispielsweise von degewo, Deutsche Wohnen und WGBG.

 

Aus diesem Grund ist nun für Wohnungsunternehmen, Hausverwaltungen und Vermieter der richtige Zeitpunkt, sich rund um das Thema elektronische Schließanlagen zu informieren. Unsere Experten beraten Sie gerne.

 

Kostenlose Beratung

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

Hier teilen Sie Ihr neu gewonnenes Wissen mit Ihren Kollegen:
Claudia Nagel

Dr.-Ing. Claudia Nagel hatte die Idee zu KIWI und gründete das PropTech 2012 gemeinsam mit Christian Bogatu und Peter Dietrich. Vor der Unternehmensgründung war die promovierte Ingenieurin Projektleiterin bei McKinsey. Als Erfinderin von KIWI ist sie die Expertin für alle Schlüsselthemen.

Keine Kommentare

Kommentieren

Kommentar
Name
E-Mail
Webseite