Wie verhält es sich mit Abschreibung und Nutzungsdauer bei elektronischen Schließanlagen?

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Ein Klick auf den Transponder oder in der Smartphone-App und die Tür ist entriegelt. Eine elektronische Schließanlage bietet viele Vorteile – sowohl für die Hausverwaltung als auch die Bewohner.

Sowohl bei Nachrüstung als auch bei Sanierungs- oder Neubauprojekten versprechen Abschreibung und Nutzungsdauer von elektronischen Schließanlagen ein hohes Maß an Wirtschaftlichkeit für den Betreiber.

Abschreibung und Nutzungsdauer von elektronischen Schließanlagen

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei der Absetzung von elektronischen Schließanlagen sind mehrere Faktoren relevant. Anschaffungskosten, Nutzungsdauer und Abnutzung spielen hier eine Rolle, die wir Ihnen in der Beispielrechnung weiter unten aufführen.
  • Es gibt die lineare und die degressive Abschreibung.
  • Während es bei der Abschreibung von elektronischen Schließanlagen im Grunde keinen Unterschied zu rein mechanischen Anlagen gibt, sieht es bei der Nutzungsdauer mitunter anders aus.

Was ist eine elektronische Schließanlage?

Die elektronische Schließanlage ist ein intelligentes Mehrkomponenten-System. Mit
einer Schlüsselkarte, einer Smartphone-App oder einem Transponder wird das elektronische Türschloss entriegelt, so dass die Tür aufgedrückt oder per Türklinke geöffnet werden kann.

Im Hintergrund werden das Schlüsselausgabensystem sowie die dazugehörigen Zutrittskontrollen mithilfe einer Software verwaltet. Durch die digitale Verwaltung ist auch die Vergabe und die Revision von Zugangsberechtigungen flexibel gestaltbar.

Weitere Vorteile, die mit einer elektronischen Schließanlage einhergehen, beziehen sich
auf die Einbruchssicherheit. Da Schlüsselkarten, Transponder und Smartphone-Apps fälschungssicher sind und bei Verlust in Echtzeit deaktiviert werden können, haben Einbrecher und andere Unbefugte keine Chance. Das bedeutet auch, dass bei einem Schlüsselverlust nicht die komplette Schließanlage getauscht werden muss. Dies wiederum stellt eine enorme Kostenersparnis dar: Sollte ein Transponder wieder auftauchen, kann dieser im Handumdrehen wieder reaktiviert werden – die Schließanlage muss nicht kostspielig gewechselt werden.

Wo können elektronische Schließanlagen eingesetzt werden?

Prinzipiell ist der Einsatz von elektronischen Schließanlagen überall denkbar. Einen
handfesten Mehrwert bieten diese Systeme letztlich in Mehrfamilienhäusern, so dass sich KIWI
auf dieses Immobiliensegment spezialisiert hat.

Rund um Mehrfamilienhäuser gibt es ein groß angelegtes Ökosystem, das sowohl von der mitunter hohen Fluktuation der Bewohner als auch einem regen Publikums- und Lieferverkehr geprägt ist. Hinzu kommen zahlreiche Dienstleister, die unregelmäßig Zutritt benötigen, wie z. B. Handwerksbetriebe und Entsorger.

Um den Anforderungen an ein elektronisches Schließsystem für ein Mehrfamilienhaus gerecht zu werden, stellt KIWI der Wohnungswirtschaft mit mehreren smarten Lösungen ein leistungsstarkes und zukunftssicheres System zur Verfügung. Das digitale Schließsystem bietet den Unternehmen der Branche eine Vielzahl an Einsatz- und Kombinationsmöglichkeiten. Von der Hauseingangstür, über die Wohnungstür hin zu Schranken und Garagen können alle Eingänge digitalisiert werden. Das Schlüsselmanagement im Verwalteralltag fällt somit deutlich schlanker und damit auch effektiver aus als mit einem rein mechanischen System. Ob Sie sich für eine Smart Entry-, eine Fullservice- oder eine Hybridlösung entscheiden, bleibt Ihren Wünschen und den Bedürfnissen Ihrer Immobilien überlassen.

Das extrem vereinfachte Schlüsselmanagement ist ein zentraler Aspekt der Digitalisierung von Mehrfamilienhäusern: Der Wegfall der zeitraubenden Dokumentation von Schlüsselübergaben und -rücknahmen an Mieter und externe Dienstleister wie z. B. Handwerker spart effektiv finanzielle Ressourcen. Zudem sind digitale Lösungen durch den Wegfall von Protokollen auf Papier ein Baustein für ESG-konformes Arbeiten in der Wohnungswirtschaft.

Wir haben Ihr Interesse geweckt und elektronische bzw. digitale Türkomponenten sollen zu Ihren festen Gebäudebestandteilen werden? Dann freuen wir uns Ihnen gerne vorab nähere Informationen in unserem speziell entwickelten Leitfaden zur Verfügung zu stellen. Natürlich beraten wir Sie jederzeit gerne, welches das passende System für Ihre Ansprüche und Zwecke ist.

Kostenlose Beratung

Wie lange ist die Nutzungsdauer von elektronischen Schließanlagen?

Die Nutzungsdauer liegt durchschnittlich bei 10 Jahren, wobei die genaue Nutzungsdauer
abhängig von den einzelnen Komponenten des Schließsystems ist. In dieser Zeit bedarf es
eines überschaubaren Wartungsaufwandes, was einen enormen Vorteil darstellt. Software-Updates und sonstige -Änderungen werden zum Beispiel über das Internet vorgenommen – eine Wartung vor Ort ist nicht nötig.

Ein weiterer signifikanter Vorteil ist die Kostenersparnis, die mit der Nutzung von
elektronischen Schließsystemen einhergeht
. Auch wenn die Installation eines
elektronischen Schließsystems durch die Anschaffungskosten ein Investment darstellt, so
amortisiert sich dieses circa nach zwölf Monaten. Und ab diesem Zeitpunkt sparen Sie rund 900 Euro pro Jahr, die bei einem nicht-digitalen System fällig wären.

Wie verhält es sich mit der Abschreibung?

Übersicht der verschiedenen Abschreibungsarten

Bei der Abschreibung ist das geltende Steuerrecht nach EStG entscheidend. Dabei gilt der Grundsatz, dass höhere Ausgaben die Gewinne mindern, was wiederum die zu zahlende Steuerlast verringert.

Möchten Sie größere Anschaffungen, wie eine elektronische Schließanlage, als Betriebsausgaben absetzen, sind mehrere Faktoren gemäß der Vorgaben des Bundesfinanzministeriums (Bmf) relevant. Kalkuliert wird mit den Anschaffungskosten, der Nutzungsdauer und auch der Abnutzung.

In einem nächsten Schritt entscheiden Sie, ob die kalkulatorische oder die bilanzielle Abschreibung
infrage kommt.

kalkulatorischbilanziell
– Verteilung des Anschaffungswerts über die geschätzte Nutzungsdauer,
– folgt handels- und steuerrechtlichen Vorschriften,
– ohne AfA-Tabelle,
– ohne Jahresabschluss.
– Ziel ist die substantielle Kapitalerhaltung,
– Wiederbeschaffungswert im Zentrum der Berechnung,
– Abschreibung anhand AfA-Tabelle,
– mit Jahresabschluss.

Lineare Abschreibung anhand der KIWI-Systeme

Erfolgt die Abschreibung linear, bedeutet das, dass nicht die gesamten Anschaffungskosten im Jahr der Anschaffung geltend gemacht werden können. Die Anschaffungskosten werden entsprechend anteilig über die Nutzungsdauer abgesetzt.

Die Formel zur Berechnung der linearen Abschreibung lautet wie folgt:

Abschreibung = Anschaffungskosten / Nutzungsdauer.

Bei Anschaffungskosten von 50.000 Euro bedeutet dies

Abschreibung = 50.000 Euro / 10 Jahre = 5.000 Euro pro Jahr

respektive einen Abschreibungssatz von 10%.

Degressive Abschreibung anhand der KIWI-Systeme

Erfolgt die Abschreibung hingegen degressiv, so beginnt man mit einem relativ hohen
Abschreibungsbetrag, der über die Jahre hinweg immer weiter fällt
. Zu beachten ist
hierbei, dass ein Satz von 25 % nicht überschritten werden darf.

Berechnung der degressiven Abschreibung bei einer Abschreibungsdauer von 10
Jahren:

Restwert am 31. Dezember 2022: 37.500 €
AfA im Jahr 2023: 9.375 € = 25 % von 37.500 €

Restwert am 31. Dezember 2023: 28.125 €
AfA im Jahr 2024: 7.031,25 € = 25 % von 28.125 €

Restwert am 31. Dezember 2024: 21.093,75 €
AfA im Jahr 2025: 5.273,44 € = 25 % von 21.093,75 €

Restwert am 31. Dezember 2025: 15.820,31 €
AfA im Jahr 2026: 3.955,08 € = 25 % von 15.820,31 €

Restwert am 31. Dezember 2026: 11.865,23 €
AfA im Jahr 2027: 2.966,31 € = 25 % von 11.865,23 €

Restwert am 31. Dezember 2027: 8.898,92 €
AfA im Jahr 2028: 2.224,73 € = 25 % von 8.898,92 €

Restwert am 31. Dezember 2028: 6.674,19 €
AfA im Jahr 2029: 1.668,55 € = 25 % von 6.674,19 €

Restwert am 31. Dezember 2029: 5005,64 €
AfA im Jahr 2030: 1.251,41 € = 25 % von 5005,64 €

Restwert am 31. Dezember 2030: 3.754,23 €
AfA im Jahr 2031: 938,56 € = 25 % von 3.754,23 €

Restwert am 31. Dezember 2031: 2.815,67 €

Der Restwert beträgt in diesem Rechenbeispiel also 2.815,67 €.

Weiterführende Information

Ein weiterer interessanter Punkt in Bezug auf die Abschreibung betrifft die Anschaffungsnebenkosten in Form der Wartung. Diese kann als Sammelposten bei Ihrer Steuerklärung geltend gemacht werden, da diese den Betrag von 1.000 € pro Jahr nicht überschreitet.

Wenn Sie sich nun weiter zum Thema Abschreibung informieren möchten, so möchten wir an dieser Stelle auf das Bundessteuerblatt sowie die Website des Bundesministeriums der Finanzen hinweisen. In letzter Instanz sollten Sie sich jedoch mit Ihrem Steuerberater besprechen, um die für Sie sinnvollste Abschreibungsoption zu ermitteln.

Fazit zur Abschreibung und Nutzungsdauer

Die Digitalisierung der Wohnwirtschaft durch den Einsatz von elektronischen Schließanlagen schreitet unaufhörlich voran. Wie aus anderen Branchen bereits bekannt, werden nun auch hier die zahlreichen Vorteile immer offensichtlicher – die Entscheidung fällt z. B. beim Zutritt entsprechend immer seltener für eine rein mechanische Schließanlage. Die Zeit- und Kostenersparnisse des digitalen Zutritts sind sowohl für die Hausverwaltung und die Bewohner als auch externe Dienstleister signifikant. Hinzu kommt die höhere Sicherheit (Stichwort: Schlüsselverlust) und die höhere Umweltfreundlichkeit (Stichwort: Zweit- und Nachschlüssel).

Bei der Nutzungsdauer haben elektronische Schließanlagen Vorteile, da Software-Updates regelmäßig und ohne Aufwand für den Betreiber aufgespielt werden können. Die Anlage bleibt somit lange zukunftssicher, die Konnektivität mit anderen Systemen – ERP-Systemen, Mieter- und Handwerker-Apps, etc. – ist zudem auch nach vielen Jahren gewährleistet.

Bei der Abschreibung gibt es im Kern keine Unterschiede zu rein mechanischen Anlagen. Hier bleibt auch bei elektronischen Systemen ganz klassisch die Wahl zwischen linearer und degressiver Abschreibung.

Nehmen Sie Kontakt zu uns auf! Wir beraten Sie nicht nur zum Thema digitaler Zutritt, sondern zeigen Ihnen bei Bedarf auch Wege auf, wie Sie digitale Lösungen in Ihr Unternehmen einbinden und idealerweise auch sinnvoll miteinander verbinden.

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