ZIA Digitalisierungsstudie

Die 4 wichtigsten Erkenntnisse der ZIA Digitalisierungsstudie 2017

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Vor kurzem hat der ZIA seine zweite Digitalisierungsstudie gemeinsam mit EY Real Estate veröffentlicht. Mehr als 300 Experten der Immobilienbranche haben an der Umfrage teilgenommen. Die Ergebnisse sind vielfältig. Obwohl über 90% der Befragten die Digitalisierung als sehr relevant einschätzen, hinkt der deutsche Markt nach wie vor hinterher. Die größten Chancen und Herausforderungen enthüllt die ZIA Studie.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Umfrage von über 300 Mitarbeitern privater und öffentlicher Immobilienunternehmen
  • Bei über 90% der Teilnehmer ist die Digitalisierung ein relevantes Thema
  • Weiterbildung bleibt wichtig: fehlendes Personal als größte Herausforderung
  • Nachholbedarf im europäischen Vergleich
  • Digitalisierung ist die Chance, die Zukunft selbst zu formen

Über 300 Teilnehmer der ZIA Digitalisierungsstudie

Die Umfrage wurde in Form eines standardisierten Fragebogens durchgeführt und Mitarbeiter aus verschiedensten Teilen der Immobilienwirtschaft haben teilgenommen. Darunter befinden sich Property Manager, Immobilieninvestoren, Berater und Vermittler, Wohnungsunternehmen und PropTechs. Deutlich dabei wurde insbesondere: der digitale Wandel findet Ansatzpunkte innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette der Immobilienwirtschaft. Von der Entwicklung bis hin zur Hausverwaltung – jedes Unternehmen wird auf die ein oder andere Weise durch die Digitalisierung beeinflusst.

 

Daraus ergibt sich auch die Notwendigkeit einer Digitalisierungsstrategie, um das Unternehmen richtig zu positionieren und jeden Mitarbeiter abzuholen. Digitalisierung ist nichts, was beispielsweise in den Räumen der IT-Abteilung passiert und dort bleibt. Viel mehr sieht sich jeder Mitarbeiter jeder Abteilung neuen Herausforderungen und Chancen gegenüber. Die passende Strategie zu entwickeln, liegt demnach insbesondere in Händen des Managements.

1. Digitaler Wandel ist relevantes Thema

Dabei ist es wichtig, die Digitalisierung als Chance zu sehen: Sie ist ein Weg mit vielen Herausforderungen, an dessen Ende eine offene und effiziente Immobilienbranche steht. Laut der ZIA Digitalisierungsstudie bewegt sich die Branche bereits schnellen Schrittes in die richtige Richtung: Über 90% der Teilnehmer der Studie erkennen die Digitalisierung als relevantes Thema mit großer Handlungsnotwendigkeit.

 

Die klassischen Immobilienunternehmen verwenden bereits durchschnittlich 5% des Jahresumsatzes auf die Implementierung und Durchsetzung von Strategien zur Digitalisierung. Dabei ist es wichtig, das Geld auch an den richtigen Stellen zu investieren. Außerdem gewinnen Kooperationen zwischen einzelnen Unternehmen an Bedeutung. Etablierte Unternehmen profitieren von der Verbindung ihrer Erfahrungen mit der Innovationskraft junger PropTech-Unternehmen. PropTechs, die aus dem digitalen Wandel heraus entstanden und gewachsen sind, bringen wertvolles Know-how mit.

 

Das wird besonders an den 62% des Jahresumsatzes verdeutlicht, den PropTechs in Digitalisierungsstrategien und -umsetzung investieren. Dass die klassischen Immobilienunternehmen bereit sind, auf PropTechs zuzugehen, hat auch der Themenschwerpunkt aus der diesjährigen Expo Real in München gezeigt. In einem eigenen Forum haben PropTech-Unternehmen ihre Innovationen vorgestellt.

2. Trendpotenzial digitaler Technologien

Digitale Technologien gibt es viele und gerade in der heutigen Zeit sprießen jeden Tag neue Unternehmen mit ihren Ideen aus dem Boden der Immobilienlandschaft. In diesem Zusammenhang wurden die Befragten um eine Einschätzung gebeten, welche Kerntechnologien in welchem Zeitraum in die Branche Einzug erhalten werden.

 

Das kurzfristigste Trendpotenzial fiel hierbei mobilen Arbeitsgeräten (78% der Befragten) und Cloud-Technologien (74%) zu. Ebenfalls kurzfristig werden digitale Ökosysteme und Plattformen Verwendung zu finden. Hingegen wird das Internet of Things eher mittelfristig angesiedelt. In noch weiterer Zukunft, nämlich in mehr als 10 Jahren, wird die Branche Blockchain-Technologie und künstliche Intelligenz nutzen.

3. Die größten Herausforderungen

Dass die Digitalisierung nicht von alleine passiert, dürfte jedem Unternehmen klar sein. Um den Trend nicht zu verpassen und dadurch die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu schmälern, muss die Digitalisierungsstrategie umgesetzt werden. Die größten Herausforderungen dabei sind ebenfalls durch die ZIA Digitalisierungsstudie nachzuvollziehen:

 

72% der Teilnehmer messen fehlenden personellen Ressourcen eine hohe Bedeutung im Rahmen schwieriger Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen zu. Damit wird die Notwendigkeit nicht nur der Einstellung neuer Experten, sondern auch die Weiterbildung aller Mitarbeiter auf ihrem Gebiet unterstrichen.

 

Die zweitgrößte Herausforderung (66%) ist eine fehlende Digitalisierungsstrategie, gleich gefolgt von Intransparenter Datenstruktur und mangelnder Datenqualität (65%). Weitere Schwierigkeiten auf dem Weg der digitalen Transformation bilden unter anderem veraltete Software, Unkenntnis über Einsatzmöglichkeiten im aktuellen Geschäftsmodell und geringe Mitarbeiterakzeptanz.

4. Nachholbedarf im europäischen Vergleich

Doch leider bringen alle Bemühungen noch kein positives Gesamtbild hervor. Insbesondere im europäischen Vergleich besteht großer Nachholbedarf. Im Bereich Smart-Real-Estate steht die deutsche Immobilienwirtschaft hinten an. 46% der Befragten bewerten die deutschen Ansätze hierzu als durchschnittlich, 48% sogar als unterdurchschnittlich.

 

Auch das in der ZIA Digitalisierungsstudie veröffentlichte Interview mit dem Vorsitzenden der German PropTech Initiative Alexander Ubach-Utermöhl unterstreicht die Notwendigkeit zu handeln. Sein Eindruck ist, dass bisher wenige Immobilienunternehmen das Thema Digitalisierung willentlich und reflektiert angegangen sind. Außerdem weist er darauf hin, dass die Immobilienwirtschaft nicht aus Angst sondern aus Überzeugung den digitalen Wandel antreten sollte. Derzeit seien die Unternehmen in der Position, ihre zukünftigen Geschäftsmodelle selbst formen zu können. Es stünden allerdings genug große Firmen anderer Branchen in den Startlöchern, diese Aufgabe zu übernehmen, sollte die Immobilienwirtschaft den Startschuss verpassen.

Mit Überzeugung eine digitale Gegenwart schaffen

Abschließend zeigt die positive Entwicklung, dass die Immobilienbranche den Startschuss gehört hat und auf dem Pfad der Digitalisierung wandelt. Maßnahmen zur Umgestaltung veralteter Arbeitsprozesse werden auch in den Ausgaben berücksichtigt und die Notwendigkeit zur Veränderung ist bei der Mehrheit der Befragten fest verankert.

 

Wo Licht ist, ist allerdings auch Schatten. Insbesondere an der Einstellung und Bereitschaft zur digitalen Transformation mangelt es anscheinend noch. Knapp ein Drittel der Teilnehmer messen mangelnder Mitarbeiterakzeptanz eine hohe Bedeutung bei Schwierigkeiten in der Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen zu. Daher ist es weiterhin notwendig, die Digitalisierung als Phase der Chance zu kommunizieren, anstatt Angst vor neuen Arbeitsmodellen zu verbreiten. Denn dass die Branche sich ändert und gestalterisch tätig wird, steht außer Frage.

 

Um den Blick zielgerichtet in die Zukunft schweifen zu lassen, ist eine Empfehlung der Studie, dass die Immobilienwirtschaft sich an anderen Branchen orientieren könne, die in ihrer Entwicklung schon einige Schritte voraus sind. Beispielsweise Finanz- oder Automobilbranche schöpfen die Möglichkeiten von Technologien wie Blockchain und Internet of Things schon jetzt aus und erzielen auf effiziente Weise Ergebnisse und Wettbewerbsvorteile. Um die eigene Vorstellung einer digitalen Gegenwart konkreter zu machen, kann die Immobilienwirtschaft sich demnach durchaus etwas abgucken.

 

Die komplette ZIA Digitalisierungsstudie finden Sie hier.

 

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Karsten Nölling

Der Experte für Wohnungswirtschaft Karsten Nölling ist seit September 2016 Vorsitzender der Geschäftsführung der KIWI.KI GmbH. Bereits seit Ende 2014 war er als Vertriebsleiter bei KIWI tätig und Mitglied des Executive Committees. Vor KIWI entwickelte er als Firmengründer einen digitalen Concierge Service für Hotels und war als Head of Operations für das Startup 9flats verantwortlich. Davor war Karsten Nölling Unternehmensberater bei McKinsey & Company und Projektleiter für Lean Manufacturing bei Mercedes-Benz. Bei Twitter ist er zu finden als @KarstenNoelling.

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