PropTech

Was bedeutet eigentlich PropTech?

Rating: 4.9/5. Von 27 Abstimmungen.
Bitte warten...

Die Digitalisierung ist in der Wohnungswirtschaft angekommen. Laut der ZIA Digitalisierungsstudie 2018 sehen viele Unternehmen die Digitalisierung als zukunftsweisenden Schritt: 94% meinen, dass sie massiv zur Verbesserung der Geschäftsprozesse beiträgt. Die Digitalisierung der Wohnungswirtschaft wird vor allem von sogenannten PropTech-Unternehmen vorangetrieben. In diesem Zusammenhang werden oft Begriffe wie Smart Home, Smart Office, Smart Building oder Smart City genannt. Doch was verbirgt sich eigentlich dahinter und welche Bedeutung haben PropTechs für die Wohnungswirtschaft?

Das wichtigste in Kürze:

  • PropTech steht für „Property Technologies“
  • Mit effizienten Lösungen Kosten sparen und Mieterzufriedenheit zu steigern.
  • PropTechs decken fast alle Bereiche der Wohnungswirtschaft ab.

 

PropTech – das ist die Wortzusammensetzung aus Property und Technology. Beim Prozess der Digitalisierung wird die Wohnungswirtschaft durch sogenannte PropTechs unterstützt. Verschiedene Aufgaben der Immobilienunternehmen sollen durch sie digitalisiert und für Eigentümer und Verwalter vereinfacht werden. PropTech-Unternehmen nutzen neue Soft- und Hardware Lösungen, um bestehende Prozesse effizienter zu gestalten. Neben reinen Kosteneinsparungen, verbessern PropTechs durch digitale Technologien vor allem die Qualität, Flexibilität und Transparenz des Leistungsangebots ihrer Kunden und tragen dadurch auch zum langfristigen Erfolg von etablierten Immobilienunternehmen bei.

Abgrenzung zu anderen Branchen

HealthTech, FinTech und Co. – Schon einmal gehört? Nicht zu verwechseln mit PropTech! Auch wenn sie alle zur Digitalisierung von Unternehmen beitragen, sind sie doch in unterschiedlichen Branchen vertreten. Zu unterscheiden ist der Begriff PropTech daher dringend von anderen Trendwörtern, wie z.B. ConTech.

HealthTech

HealthTech bedeutet so viel wie Gesundheits-Technologien. HealthTech-Unternehmen wollen die Digitalisierung des Gesundheitsmarktes maßgeblich mitgestalten. Sie buhlen mit neuen Technologien um Patienten und widmen sich einer verbesserten medizinischen Versorgung und der effizienten Analyse von Daten.

FinTech

Die Digitalisierung macht auch vor der Finanzwelt nicht Halt. FinTech (Financial Technologies) versteht sich als ein Sammelbegriff für innovative Finanztechnologien. Diese Unternehmen wollen die Branche durch leicht zu standardisierende Finanzprodukte und Dienstleistungen revolutionieren.

ConTech

Neuer als PropTech ist der Begriff der ConTech – Construction Technologies, also der Bau-Technologien. Digitale Prozesse sorgen auch in der Bauwirtschaft für beschleunigte Abläufe sowie für verringerte Bau- und Betriebskosten. ConTech-Unternehmen wollen die Effizienz in Bauplanung und Gebäudebewirtschaftung steigern.

So profitiert die Wohnungswirtschaft von PropTech-Unternehmen

Nicht nur das produzierende Gewerbe oder Großkonzerne beschäftigen sich mit dem
Thema Digitalisierung. Auch Wohnungsunternehmen, die in neue Technologien investieren, werden langfristig wettbewerbsfähiger sein und der Konkurrenz davon laufen.

 

PropTechs bieten Wohnungsunternehmen zahlreiche Möglichkeiten für digitale Lösungen an. Durch sie werden Prozesse schlanker und effizienter. Durch eine vereinfachte Verwaltung wird der zeitliche Aufwand minimiert und Kosten gespart. Diese Kosteneinsparungen sind durch effizientere Geschäftsprozesse möglich. So können höhere Investitionen in die Immobilie getätigt werden, was zu einer höheren Rentabilität von Immobilienobjekten beiträgt. Zudem kann durch zusätzliche Serviceangebote aus z.B. dem Smart Home Bereich und neuen Geschäftsmodellen die Mieterbindung signifikant gesteigert werden.

In welchen Geschäftsbereichen sind PropTechs zu finden?

PropTech-Unternehmen haben in allen Bereichen des Immobilienlebenszyklus Einzug gehalten. So erleichtern zahlreiche digitale Lösungen den Arbeitsalltag von Immobilienexperten.

 

Verbände schlagen dabei oftmals die Brücke zwischen PropTechs und etablierten Unternehmen aus der Wohnungswirtschaft. Auf der einen Seite helfen sie den PropTech-Unternehmen sich zu vernetzen. Auf der anderen Seite bieten sie den Wohnungsunternehmen die Chance, einen besseren Überblick über aktuelle PropTech-Lösungen zu erhalten. Die German PropTech Initiative (GPTI) und die PropTech Fachgruppe des Bundesverbands Deutscher Startups können hier erste Ansprechpartner sein.

 

High Rise Venture unterstützt unterdessen PropTechs im Bereich der Immobilienbewirtschaftung in der Frühphase ihrer Entwicklung. Der PropTech Company Builder hilft beim Entwickeln passender B2B-Geschäftsmodelle, um die Technologien der PropTechs in der Immobilienbranche zum Erfolg zu bringen. Auch der Venture Capital Fonds PropTech1 fokussiert sich auf das Digitalisierungspotenzial der Immobilienwirtschaft. Er unterstützt Startups mit dem nötigen Kapital und fördert Synergien mit einem starken Netzwerk in die Branche.

 

Typischerweise findet man PropTech-Unternehmen in allen Geschäftsfeldern der Immobilienbranche. Bei der Bau- und Instandhaltung gibt es PropTechs im Bereich Bauträgerunternehmen und Facility Management. In der Verwaltung unterstützen PropTechs mit Software Lösungen, bei Investments, Versicherungen und der Vermietung. Sie digitalisieren technische Anlagen wie Aufzüge, Türschlösser und Klingelanlagen. Außerdem sind sie in der Versorgung tätig in den Bereichen Heizung, Energie- und Messdienstleister.

 

Zudem bringen Sie die Wohnungswirtschaft und ihre Mieter zusammen. Durch Dienstleistungen für
Bewohner sind PropTechs in der Gesundheit und Pflege, Logistik und im Service anzutreffen. In diesem
Zusammenhang wird oft über das Thema Smart Home gesprochen. Smart Home Lösungen können die Wohnqualität und damit die Mieterzufriedenheit stark erhöhen. Da sie so den Immobilienwert steigern, sind sie auch für Wohnungsunternehmen interessant.

Von Smart Home bis Smart City – was steckt wirklich hinter den Begriffen?

Der Begriff Smart Home wird zunehmend als Sammelbegriff für alle intelligenten Anwendungen verwendet. Er beschreibt häufig digitale Lösungen für komfortableres Wohnen der Mieter und effizientere Arbeitsprozesse für die Wohnungswirtschaft. Tatsächlich besteht aber eine sehr viel umfassendere Abgrenzung von Begrifflichkeiten.

 

PropTech und Smart Home

Was bedeutet Smart Home?

Das Smart Home beschreibt alle digitalen Produkte und Dienstleistungen, die den Menschen in ihrem Zuhause einen Nutzen bringen. Haushaltselektronik und -geräte, wie z.B. Beleuchtung, Heizung, Jalousien, Unterhaltungselektronik und sämtliche weitere Anwendungen werden hierbei vernetzt. Darüber hinaus wird den Nutzern ermöglicht, Daten zu speichern und eine eigene Logik zu entwickeln. Gesteuert werden sie beispielsweise über das Internet oder erweiterbare Smartphone Apps. Auf diese Weise können Bewohner mit ihrem Zuhause kommunizieren und effizienter mit Ressourcen umgehen. Einige Beispiele für Smart Home Systeme sind innogy und casenio.

Was heißt Smart Office?

Das Smart Office begleitet den Nutzer im Gegenzug zum Smart Home nicht im eigenen Zuhause, sondern im beruflichen Kontext. Hier sollen digitale Lösungen die Wirtschaftlichkeit von Unternehmen steigern. Effiziente Arbeitsprozesse, moderne Kommunikationswege, intelligenter Stromverbrauch und vieles mehr sind die Ziele des Smart Office.

Was versteht man unter Smart Building?

Smart Building geht über das Smart Home und Smart Office hinaus. Man spricht häufig auch von Gebäudeautomation. Wie der Name andeutet, geht es hier um das gesamte Gebäude. Dies schließt auch größere Gebäude, wie Mehrfamilienhäuser oder Gewerbekomplexe mit ein. Wie beim Smart Home und Smart Office werden durch die Vernetzung von Geräten neue Services angeboten, die den Nutzen des Hauses und die Lebensqualität steigern.

 

Weit verbreitet unter den Smart Building Anwendungen sind bedarfsgerechtes Energiemanagement und intelligente Sicherheitssysteme. Zudem werden vermehrt intelligente Schließsysteme nachgefragt. Die meisten digitalen Schließsysteme lassen sich der Kategorie Smart Home zuordnen, da es sich meist nur um eine Insellösung für eine ganz bestimmte Wohnung handelt. Andere hingegen, darunter auch das schlüssellose Türzugangssystem KIWI, machen den Spagat zwischen Smart Home und Smart Building, indem es die Türen von verschiedenen Häusern, in unterschiedlichen Städten vernetzt und über eine zentrale Verwaltungsplattform zugänglich macht. Dies bietet neue Möglichkeiten im Bereich des Schlüsselmanagements, da Zutrittsberechtigungen in Echtzeit und aus der Ferne vergeben werden können.

Was ist eine Smart City?

Bei Smart Building Lösungen werden nicht nur physische Objekte, wie Glühbirnen oder Wasserzähler, die sich im Gebäude befinden vernetzt. Das gesamte Gebäude wird Bestandteil einer vernetzten Stadt – der Smart City. Das bedeutet, dass das Haus mit anderen Häusern und vor allem auch mit weiteren Dingen (Things) und Menschen, die den Lebensraum Stadt mitgestallten, kommuniziert.

 

PropTechs bieten digitale Lösungen für die oben benannten Bereiche. Sie sehen sich als Partner für die Wohnungswirtschaft um digitale Prozesse zu verwirklichen.

 

PropTechs gestalten die Zukunft der Wohnungswirtschaft

Wie die neueste ZIA Digitalisierungsstudie aufgezeigte, beschäftigen sich viele Unternehmen der Wohnungswirtschaft bereits mit dem Thema Digitalisierung. 85% der Befragten befinden sich in der Orientierungsphase oder sogar weiter im Digitalisierungsprozess. Es gibt bereits einige Wohnungsunternehmen, die die Potenziale der Digitalisierung früh erkannt haben und aktiv in diesen zukunftsweisenden Bereich investieren. degewo, Gesobau und TAG sind einige dieser digitalen Vorreiter. Sie sehen die Digitalisierung der Wohnungswirtschaft als Chance, nicht als Bedrohung, Prozesse effizienter zu machen. Hand in Hand mit zahlreichen PropTech-Unternehmen bringen sie sich aktiv ein, um gemeinsam die digitale Zukunft der Branche zu gestalten.

 

Wie beeinflussen PropTechs die Wohnungswirtschaft?

Hier laden Sie sich unsere übersichtliche Infografik kostenlos herunter:

Dynamik PropTech 300x167 - Was bedeutet eigentlich PropTech?

 

Übersicht herunterladen

 

 

War dieser Artikel informativ für Sie? Dann teilen teilen Sie Ihr neu-gewonnenes Wissen mit Ihren Kollegen:

Karsten Nölling

Der Experte für Wohnungswirtschaft Karsten Nölling ist seit September 2016 Vorsitzender der Geschäftsführung der KIWI.KI GmbH. Bereits seit Ende 2014 war er als Vertriebsleiter bei KIWI tätig und Mitglied des Executive Committees. Vor KIWI entwickelte er als Firmengründer einen digitalen Concierge Service für Hotels und war als Head of Operations für das Startup 9flats verantwortlich. Davor war Karsten Nölling Unternehmensberater bei McKinsey & Company und Projektleiter für Lean Manufacturing bei Mercedes-Benz. Bei Twitter ist er zu finden als @KarstenNoelling.

2 Kommentare
  • Posted at 13:54, 3. Dezember 2018

    Danke für diese super Erklärung zur Gebäudeautomation. Ist mir in letzter Zeit auch oft passiert, dass manchen Leuten da einfach zu viele Begriffe im Umlauf sind, die dann von der Idee her alle das gleiche meinen, aber dann spricht man von Smart Building und schon kennt sich wieder keiner aus.

    • Karsten Nölling
      Antworten
      Posted at 13:34, 6. Dezember 2018

      Hallo Lukas,
      wir freuen uns, dass Ihnen unser Beitrag zum Thema PropTech gefällt und für mehr Aufklärung sorgt!
      Viele Grüße,
      Karsten Nölling

Einen Kommentar schreiben

Kommentar
Name
Email
Website