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Smart Home – der umfassende Überblick für die Wohnungswirtschaft

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Sprachsteuerung, intelligente Kühlschränke und vernetzte Rauchmelder. Smart Home hat sich in den letzten Jahren zu einer vielseitigen Branche entwickelt. Und sie verändert sich rasch weiter! Längst sind diese smarten Innovationen nicht mehr nur für Privatpersonen interessant. Smart Home bietet Vorteile für die Wohnungswirtschaft. In unserem Blog Artikel stellen wir Ihnen Anwendungen aus dem Smart Home Segment vor, erklären die wichtigen Begrifflichkeiten und zeigen Vorteile für Wohnungsunternehmen auf.

Alles auf einen Blick:

Was ist Smart Home?

Smart Home Anwendungen ermöglichen ein vernetztes Zuhause. Geräte, die Smart-Home-fähig sind, sind meist über eine Internet- oder Funkverbindung miteinander gekoppelt. Im Optimalfall lassen sich alle Geräte über eine zentrale Steuereinheit verwalten. Dabei kann es sich um eine App für Smartphone oder Tablet handeln. Zudem populär sind Systeme mit Sprachsteuerung wie Alexa von Amazon, Ok Google oder Apples Siri. Außerdem spielt Automatisierung und Digitalisierung eine große Rolle. Auch der Gesetzgeber hat die Wichtigkeit smarter Geräte erkannt und in einigen Fällen die Einführung vorgeschrieben. Smarte Systeme dienen dazu, dem Menschen möglichst viel Arbeit innerhalb sich wiederholender Prozesse abzunehmen. Im Folgenden stellen wir Ihnen drei Beispiele wichtiger Smart Home Anwendungen vor:

  • Beispiel 1: Smart Meter

Der Smart Meter ist ein Beispiel für selbstständig lernende Geräte. Dabei handelt es sich um einen intelligenten Stromzähler. Dieser übermittelt digital die erhobenen Verbrauchsdaten an das Versorgungsunternehmen. Dabei wird nicht nur das manuelle Ablesen von Zählerständen überflüssig, sondern zudem erlauben die Daten weitaus genauer Einblick in das Verbrauchsverhalten des Kunden. Der Algorithmus ermittelt nach kurzer Einlernphase den exakten Verbrauch jedes einzelnen Elektrogeräts. Somit kann der Kunde nachvollziehen, wann er wie viel Energie mit welchem Gerät verbraucht hat.

Während in Gewerbeeinheiten Smart Meter bereits Gang und Gäbe sind, ziehen sie zunehmend auch in Privathaushalte ein. Vorangetrieben wird diese Entwicklung durch das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende 2016. Nach und nach sollen demnach bis 2035 alle Haushalte mit Smart Metern ausgestattet werden.

  • Beispiel 2: Rauchmelder

Ein weiteres Bespiel sind smarte Rauchmelder. Hierbei steht die Sicherheit des Gebäudes im Vordergrund. Smarte Rauchmelder sind untereinander vernetzt. Das bedeutet, dass bei einem Alarm nicht nur der bestimmte Rauchmelder anschlägt, der die Rauchentwicklung wahrnimmt, sondern alle angeschlossenen Rauchmelder ebenfalls. Außerdem kann ein Signal an das Smartphone des Nutzers gesendet werden. Somit ist der Brandschutz auch aus der Ferne gewährleistet. Auch die Einführung von Rauchmeldern ist gesetzlich geregelt. Abhängig vom Bundesland gibt es auch hier Firsten für die Umsetzung.

  • Beispiel 3: Digitale Türschlösser

Smarte Türzugangssysteme können ebenfalls in das Smart Home integriert werden. Einige Smart Lock Versionen, die an der Wohnungstür installiert werden, können nicht nur per Transponder, sondern auch per Smartphone App geöffnet werden. Zutrittsrechte für weitere Personen werden flexibel per App verwaltet. Verlorene Schlüssel sind damit kein Problem mehr und das Gebäude wird deutlich sicherer. Systeme, die außerdem die Hauseingangstür mit einbeziehen, machen die Lösung für das gesamte Mehrfamilienhaus komplett. Wohnungsunternehmen können ganze Straßenzüge, Quartiere oder den kompletten Bestand ausstatten und so die Effizienz der Bestandsverwaltung erhöhen und Kosten senken.

Smart Building

Smart Building ist ein Begriff, der ebenfalls in das Smart Home Universum fällt. Gewissermaßen handelt es sich um smarte Systeme im größeren Stil. Smart Building umfasst Technologien für Gewerbegebäude. Großflächige Anlagen lassen sich damit vernetzen und zentral steuern, beispielsweise beim Thema Energieverbrauch und -versorgung. Auch auf Mehrfamilienhäuser lassen sich viele Anwendungen übertragen.

Smart Home Standards

Die Kommunikation innerhalb des Gebäudes fußt auf verschiedenen Funkstandards. Dabei gibt es offene und geschlossene Systeme. Geräte, die offene Kommunikationswege verwenden, können miteinander verbunden und gemeinsam verwaltet werden. Geschlossene Systeme hingegen lassen sich nur mit Geräten vom selben Hersteller vernetzen.

AAL

Eine besondere Kategorie des Smart Home nennt sich Ambient Assisted Living, kurz AAL. Darunter werden Technologien zusammengefasst, die älteren Personen und Senioren ein altersgerechtes Leben ermöglichen und häufig dazu beitragen, dass diese länger in ihren eigenen vier Wänden qualitativ leben können. Insbesondere durch den demografischen Wandel, der dem bestehenden Gesundheitssystem auf Dauer sehr viel abverlangen wird, werden AAL-Technologien zunehmend unverzichtbar. Dazu gehören beispielsweise der Hausnotrufknopf, Geräte, die dank Sprachsteuerung unkompliziert zu bedienen sind oder Lichtleitsysteme für sicheres Bewegen im Dunkeln. Alltägliche Gefahren wie etwa durch das Risiko im Alter zu stürzen werden damit dank intelligenter Anwendungen minimiert.

Vorteile durch Smart Home für die Wohnungswirtschaft

Smart Home Anwendungen bringen also zahlreiche Vorteile für Privatnutzer und die gewerbliche Gebäudenutzung mit sich. Aber wie sieht es mit der Wohnungswirtschaft aus? Von vielen dieser Vorteile profitieren Wohnungsunternehmen und Verwalter direkt. Im Fokus steht die Gebäudesicherheit. Durch smarte Anwendungen wie intelligente Rauchmelder oder digitale Schließanlagen lässt sich die Sicherheit des Bestanden maßgeblich erhöhen.

Ein Vorurteil, der viele von der Einführung smarter Technologien abhält, ist die nachgesagte komplizierte Handhabung. Bei vielen Anwendungen ist dies allerdings ein Mythos. Intuitive Bedienbarkeit vereinfacht vielmehr einige Prozesse, da diese automatisiert ablaufen können.

Dadurch erhört sich auch der Komfort. Das gilt sowohl für Hausverwalter, deren Arbeitsprozesse sich durch innovative Lösungen vereinfachen, als auch für Mieter, die smarte Lösungen oft besonders schätzen.

Durch effizientere Abläufe spart man nicht nur Arbeitszeit und somit Mitarbeiterresourcen, sondern Energie und Kosten. Smarte Technologien ermöglichen nachhaltiges Wirtschaften sowohl im energieverbrauch als auch in innerbetrieblichen Prozessen durch digitalisierte Anwendungen. Hier spielt auch das Thema Big Data eine große Rolle. Durch digitale Anwendungen, wie man es beispielsweise am Smart Meter beobachten kann, werden relevante Daten erfasst und zur weiteren Optimierung ausgewertet.

Wohnungsunternehmen machen ihre Objekte insbesondere für ältere oder eingeschränkte Menschen interessanter, wenn sie ihnen eine langfristige Perspektive geben. Durch AAL-Systeme kann man diese Sicherheit auf smarte Art und Weise erreichen, indem sie für Unterstützung im Alter sorgen.

Gemeinsam in eine vernetzte Zukunft

Dass Smart Home dabei ist, den Sprung von reiner Spielerei hin zur Unverzichtbarkeit im Wettbewerb zu schaffen, belegen auch aktuelle Studien. Zu nennen ist hier insbesondere der Smart Home Experten Monitor 2018. Problematisch ist derzeit allerdings noch die unübersichtliche Marktsituation. Viele Firmen springen als Trittbrettfahrer auf den Zug Richtung Smart Home auf. Leider sind einige Innovationen dabei nicht vollends ausgereift. Dennoch heißt es dran bleiben. Denn smarte Lösungen bringen auch neue Plattformen zum Netzwerken mit sich. Auf solche Kooperationen müssen Unternehmen bauen, um dauerhaft wettbewerbsfähig zu bleiben. Durch Zusammenarbeit lässt sich das Netz an innovativen Systemen weiter flächendeckend ausbauen.



 

 

 

 

 

Karsten Nölling

Der Experte für Wohnungswirtschaft Karsten Nölling ist seit September 2016 Vorsitzender der Geschäftsführung der KIWI.KI GmbH. Bereits seit Ende 2014 war er als Vertriebsleiter bei KIWI tätig und Mitglied des Executive Committees. Vor KIWI entwickelte er als Firmengründer einen digitalen Concierge Service für Hotels und war als Head of Operations für das Startup 9flats verantwortlich. Davor war Karsten Nölling Unternehmensberater bei McKinsey & Company und Projektleiter für Lean Manufacturing bei Mercedes-Benz. Bei Twitter ist er zu finden als @KarstenNoelling.

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